Glaubenssätze – Wie sie unser Erleben, unsere Gefühle und unser Verhalten beeinflussen

Hast du dich schon einmal gefragt, wie es kommt, dass wir Menschen ein und dieselbe Situation ganz unterschiedlich wahrnehmen und bewerten?


Dies liegt unter anderem an den Glaubenssätzen, die sich durch unsere Erfahrungen tief in uns verankert haben. Glaubenssätze beeinflussen, wie ich die Welt sehe und interpretiere. Ausserdem bestimmen sie, was ich denke, fühle, welche Entscheidungen ich treffe und wie ich mich verhalte.

 

In meiner Praxis begegne ich den verschiedensten Glaubenssätzen und bin immer wieder beeindruckt zu sehen, wie stark sie unser Leben beeinflussen können. Vor allem negative Glaubenssätze, welche auch noch unseren Selbstwert betreffen, führen oft zu Symptomen wie Stress, Erschöpfung, körperlichen Beschwerden, Angst und vielem mehr. Kurz gesagt, sie hindern uns daran, selbstbestimmt und glücklich zu leben.

 

Welchen Ursprung Glaubenssätze haben, wie sie uns daran hindern, selbstbestimmt und glücklich zu leben und wie man sie auflösen kann, erfährst du in diesem Beitrag.

 

 

Was sind Glaubenssätze und wie entstehen sie?

 

Als Glaubenssatz kann man eine tief verwurzelte Überzeugung über uns und die Welt um uns herum beschreiben. Er fühlt sich so wahr an, dass man ihn nicht mehr hinterfragt. Glaubenssätze haben ihren Ursprung oft bereits in unserer Kindheit. Dies können Dinge sein, die jemand zu uns gesagt hat oder wie mit uns umgegangen wurde, was wir erlebt und erfahren haben. Es können Aussagen von Eltern, Geschwistern, Freunden, Lehrern und anderen Menschen sein, welche eine Rolle in unserem Leben spielen oder gespielt haben. Die Aussagen können neutral, als Kritik oder als Lob formuliert werden. Es kann aber auch zum Glaubenssatz werden, was ich beobachtet habe oder was in meiner Kultur üblich ist.


Glaubenssätze können dazu führen, dass wir uns Dinge nicht zutrauen oder wir mit unserem Leben unzufrieden sind. Hört ein Kind beispielsweise immer wieder «Du schaffst das eh nicht» oder «Das ist zu schwierig für dich» trägt es diese Überzeugung oft ein Leben lang mit sich herum, traut sich selbst nichts zu und wagt somit auch nichts Neues.

Oft werden solche Überzeugungen zu sich selbst erfüllenden Prophezeiungen. Situationen, in denen man durch sein Verhalten das bewirkt, was man sich durch die negativen Überzeugungen eingeredet hat. Auf diese Weise bestätigen sich solche Glaubenssätze immer wieder selbst.  Wir verhalten uns nachdem, was wir von uns oder der Welt denken.

Diese Überzeugungen prägen unser Weltbild. Wir glauben, dass sie richtig sind. Die Autorin Nicole Truchsess bezeichnet diese Überzeugungen sehr treffend als «Hirngespenster». «Hirngespenster» darum, weil sie in unserem Kopf und Herz herumspuken und uns Dinge tun lassen, von denen wir eigentlich wissen, dass sie uns oder anderen Menschen schaden. Sie flüstern uns oft auch zu, dass es keinen Sinn hat etwas Neues auszuprobieren oder nehmen uns den Mut zu Veränderungen. Desto früher uns solche «Hirngespenster» eingepflanzt wurden, umso widerstandsfähiger sind sie und können unser Leben noch lange beeinflussen. Dies kann zu unserem inneren Gerüst werden, nach dem wir handeln.


Glaubenssätze sind uns oft gar nicht bewusst und spielen sich in unserem Unbewussten ab, sitzen oft tief und können sehr schmerzhaft sein. Auch wenn sie uns nicht wirklich bewusst sind, steuern sie doch, wie wir durch die Welt gehen.

 

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Positive und negative Glaubenssätze

 

Manche Glaubenssätze können uns motivieren, antreiben, uns stärken und uns Mut machen. Andere hingegen wirken wie eine Handbremse, die uns das Leben schwer macht und uns daran hindert, unsere Persönlichkeit positiv weiterzuentwickeln und unser Potenzial zu entfalten.

 

Vielleicht kennst du solche Sätze, wie:

 

-         Ich bin nicht gut genug.

-         Das schaffe ich nicht.

-         Ich werde nicht geliebt.

-         Ich habe das nicht verdient.

-         Meine Arbeit muss perfekt sein.

-         Nur wenn ich viel arbeite, werde ich geliebt.

-         Ich muss es jedem recht machen.

-         Ich habe es nicht verdient, glücklich zu sein.

-         Ich bin schuld daran.

-         Ich darf anderen nicht zur Last fallen.

 

In meiner Praxis begegne ich in jeder Therapiesitzung solchen negativen Glaubensmustern, die sich oft sehr hartnäckig halten. Sie engen uns ein und hindern uns daran, im Leben weiterzukommen und Neues auszuprobieren.

 

Fokussieren wir uns also lieber auf die positiven Glaubenssätze. Doch wie schaffen wir es denn, die negativen Glaubensmuster zu beseitigen und Platz für positive freizuräumen?

 

 

Der Weg hin zu positiven, stärkenden Glaubenssätzen

 

Als Therapeutin versuche ich solche Glaubenssätze zu finden und meinen Klient*innen bewusst zu machen. Hier hilft mir in der Praxis  der Muskeltest, der uns zeigt, welche Glaubenssätze uns vertraut sind und was sich noch neu anfühlt. Oft sind es eben diese negativen Glaubenssätze, welche sich sehr vertraut anfühlen und unser Leben bestimmen.

 

 

Negative Glaubenssätze erkennen

 

Oft können wir unsere Glaubenssätze lösen, wenn wir sie bewusst sehen. Dieses Bewusst-Werden, verhilft uns zu ganz vielen AHA-Erlebnissen und Erkenntnis. Erst wenn wir verstehen, wie wir ticken, können wir auch etwas daran ändern.

 

Vielleicht kannst auch du dich mal fragen:

 

Welche Glaubenssätze hindern mich daran, meine Träume zu verwirklichen?

Welche Überzeugungen über mich, hindern mich so zu sein, wie ich möchte?

Welche hindern mich daran, wirklich glücklich und selbstbestimmt zu leben?

Welche Annahmen habe ich über mich und die Welt?

Wie bewerte ich mich?

Welche Vorannahmen habe ich über das, was geschehen wird?

 

Notiere diese Sätze und Überzeugungen auf einem Zettel.

 

 

Positive Glaubenssätze finden

 

In einer Therapiesitzung lenken wir dann unsere Energie ganz bewusst auf das Positive. Wie möchte man sein und was möchte man können.

 

Frage dich nun, wie du diese negativen Annahmen über dich selbst durch positive Gedanken ersetzen kannst. Oft hilft es auch, sich in kleinen Schritten auf das gewünschte Ziel hin zu bewegen. Um positive Glaubenssätze zu finden kannst du dich beispielsweise fragen:

 

Wie möchte ich sein?

Was möchte ich können?

Wie möchte ich mich fühlen?

 

Knüpfe hier auch ganz bewusst an deine Ressourcen, deine bisherigen Erfolge an.

Wann in deinem Leben hast du dich vielleicht schon einmal so gefühlt?

Was ist dir dann gelungen? Wie konntest du dann sein?

 

Der neu definierte Satz soll dich motivieren und dich stark machen. Hast du einen passenden Satz gefunden, frage dich:

 

Wo in deinem Leben merkst du, dass sich durch diesen Glaubenssatz etwas verändert?

Ist es realistisch, dass dieser Satz zur Wirklichkeit werden kann?

Was gibt dir der neue Satz für ein Gefühl?

 

 

Positive Glaubenssätze aufschreiben

 

Wenn du merkst, dass dieser neu gefundene positive Glaubenssatz dich stärkt, schreibe ihn auf. Dies machen wir auch in einer kinesiologischen Sitzung. So wird die neue Ausrichtung, die man im Leben einnehmen möchte oder auch das Ziel, viel anschaulicher. Oft hilft es auch, den positiven Glaubenssatz laut auszusprechen und den Zettel an einem Ort sichtbar aufzuhängen. So wird man täglich daran erinnert. Denn negative Glaubenssätze halten sich ja, wie erwähnt, ziemlich hartnäckig und so ist es wichtig, dass man sich selbst «umprogrammiert», eben in eine positive Richtung.

 

 

Neue Erfahrungen sammeln

 

Um negative Glaubenssätze aufzulösen, ist es notwendig, nicht nur seine Gedanken, sondern auch sein Verhalten zu ändern. Es ist nun wichtig, dass du mit dieser neuen Annahme und dem positiven Gefühl über dich  ganz viele positive Erfahrungen sammeln kannst. Die mit dem positiven Glaubenssatz verbundenen neuen Erfahrungen stärken dich und zeigen dir, dass du auf dem richtigen Weg bist.

 

 

Geduldig sein

 

Da sich negative Glaubenssätze, welche uns oft schon seit unserer Kindheit begleiten, ziemlich beharrlich halten, sollten wir geduldig mit uns sein. Es ist ganz normal, dass wir auch mal wieder ins «alte Muster» zurückfallen. Sei in diesem Falle etwas nachsichtig mit dir und gib nicht auf, es weiter zu versuchen. Sei geduldig mit dir, es wird sich lohnen.

 

 

Dankbar sein

 

Damit du dir auch dem bewusst werden kannst, was du durch deine neuen positiven Glaubenssätze alles schaffst und verändern kannst, gibt es eine einfache Methode. Notiere dir jedem Abend mind. 1-2 Dinge, die dir im Zusammenhang mit deinem neuen Ziel gut gelungen sind. Worauf bist du stolz? Sei dankbar für jeden kleinen Schritt, der dir gelungen ist. Das Bewusst-Werden dieser positiven Veränderungen stärkt und motiviert dich auf deinem Weg.

 

In meiner Praxis stärke ich meine Klientinnen und Klienten mit ihrem neuen positiven Glaubenssatz durch eine kinesiologische Stärkungsmethode. Oft gebe ich ihnen dann auch eine kleine Übung mit nach Hause, welche sie auf allen Ebenen (Körper, Gefühle und Gedanken) stärkt und innerlich in Balance bringt.

 

Wenn auch du Lust hast, deine Glaubensmuster zu entdecken, deren Ursprung besser zu verstehen und sie ins Positive zu wandeln, dann begleite ich dich gerne in meiner Praxis. Ich freue mich auf dich!

 

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